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Alicia Hermer bricht oberfränkischen Rekord


08.02.2025

Eine super Atmosphäre in einer tollen Leichtathletik-Halle durfte unsere Lissy letzten Samstag in Frankfurt-Kalbach genießen. Die erst kürzlich zur Sportlerin des Jahres gewählte Athletin war zur Deutschen Hallen-Meisterschaft im Mehrkampf nach Hessen gereist. Die Sonne strahlte am Morgen auf die Bahn und so stieg die Stimmung bei der Athletin, die nach Meldeleistung nur eine Rolle als Außenseiterin innehatte. Die letzten Wochen hatten ihr sowohl schulisch als auch bei Garde- und Schautanzauftritten einiges abverlangt, so dass sie nicht topfit an den Start gehen konnte.

Wie gut sie sich dennoch motivieren konnte, zeigte ihr erster Wettbewerb. Obwohl die „Probehürden“ technisch alles andere als sauber gelangen, legte sie einen schnellen Lauf über die 60-m-Hürden-Strecke auf die Bahn. Sie verbesserte sogar ihre bisherige Bestzeit um 13 Hundertstel und startete somit vielversprechend in die Jagd um die begehrten Zähler.



Kurze Zeit später ging es bereits an die Hochsprungmatte. Hier stieg Alicia sicherheitshalber früh in den Wettbewerb ein und meisterte auch die Höhen von 1,40 m bis 1,49 m auf Anhieb. Bei den folgenden beiden Höhen fehlte jedoch der nötige Abdruck und so benötigte sie jeweils alle drei Versuche um einen gültigen Sprung zu absolvieren. Der zweite Anlauf auf die neue Bestleistung von 1,58 m entlockte Trainer Dieter Wendler schon beinahe einen Jubelschrei, doch die Latte fiel nach einigem Wackeln doch noch. So gingen 1,55 m für die TGlerin in die Wertung ein.



Für die Athleten standen Mineralwasser und Liegestühle in der Halle bereit. Vor der dritten Disziplin machte es sich Lissy dort bequem, um sich für die kommenden Aufgaben zu entspannen. Schließlich schnappte sie sich ihre 3-kg-Kugel und absolvierte das Einstoßen. Das klappte hervorragend und ließ auf eine gute Weite hoffen. Etwas zu locker ging sie den ersten Versuch an und ihr Arbeitsgerät landete bei 10,54 m. Eine akzeptable Weite, aber die ehrgeizige Athletin hatte sich eine 11 vor dem Komma als Ziel gesetzt. „Hirn ausschalten und einfach Volldampf“ hieß die Devise für den nächsten Stoß. Promt fiel die persönliche Bestleistung und Lissy durfte sich über 11,47 m freuen. Und auch der Kadertrainer Hörl aus Selb gratulierte zu diesem Stoß. Relativ zu den anderen Athletinnen gesehen war das ihre beste Leistung, da hier nur fünf junge Damen weiter stießen. Doch Lissy hatte sich für diese Saison hohe Ziele gesteckt und konnte sich über ihre beiden Bestleistungen noch gar nicht so recht freuen.



Wie schon den ganzen Tag über verfolgten die Fans zu Hause jeden Schritt ihrer Athletin am Handy. Die LA-Wettkampfnews waren wohl die am häufigsten geöffnete WhatsApp-Gruppe. So auch beim folgenden Weitsprung. Die Fünf-Meter-Marke sollte schon fallen. Der völlig missglückte Anlauf beim Einspringen trieb ihrem Trainer die Schweißperlen auf die Stirn. „Wie kriege ich sie wieder auf das Brett?“ Der erste Versuch – gültig – dazu noch eine sehr gute Weite von 5,26 m. So weit war Lissy in einem Mehrkampf noch nie gesprungen. Die Erleichterung war sowohl Dieter als auch Ramona deutlich anzusehen. Dass der zweite Sprung übertreten und der dritte keine Verbesserung brachte, war danach zu verschmerzen. Von Disziplin zu Disziplin kämpfte sich die Athletin der LG Fichtelgebirge einen Platz nach vorne und stand aktuell auf Rang 10.



Vor den abschließenden 800 m wurde wieder die Konkurrenz eingeschätzt. Um die Position zu halten, durfte keine der weiter hinten Platzieren deutlich vor Alicia ins Ziel kommen. Die Ulmerin Hedi Schmidt konnte eine 11 Sekunden schnellere Zeit laufen und würde somit vorbeiziehen. Die weiteren Athletinnen sollten mit einem beherzten Rennen im Zaum gehalten werden können. „Auf die Plätze“ – Schuss und los ging die wilde Jagd nach den letzten Punkten. Am Ende der ersten Kurve lag Alicia am Ende des Feldes – nicht schon wieder! In den zurückliegenden Mehrkämpfen startete sie oft so in den Lauf. Sie hielt Anschluss an die anderen Läuferinnen und attackierte in der zweiten Kurve. Typisch Lissy! Sie nahm den weiteren Weg in Kauf, ging aber nach 150 m an allen außer Schmidt vorbei, die wie erwartet in Führung lag. Die schlechte Luft in der Halle, die engen Kurven, der anstrengende Tag – all das war ihr anzusehen. Doch die Höchstädterin kämpfte weiter. In der vierten Runde setzte Leni Aigner am Ausgang der ersten Kurve zum Überholen an, aber Lissy konnte gegenhalten bis kurz vor dem Ziel. Die 7 Hundertstel Vorsprung reichten Aigner nicht, um einen Rang gutzumachen.



Da eine Läuferin im nächsten Lauf eine deutlich schlechtere Zeit lief, erreichte Alicia in der Endabrechnung den 9. Platz. Mit einer derartigen Platzierung hätte im Vorfeld niemand gerechnet. Da die Höchstädterin aber in keiner Disziplin Schwäche gezeigt hatte, landete sie verdient in der Mitte eines starken Teilnehmerfeldes. Mit der Punktzahl von 3399 verbesserte sie außerdem nicht nur ihre Bestleistung aus dem letzten Jahr um 120 Zähler sondern auch den oberfränkischen Rekord im Fünfkampf!

Herzlichen Glückwunsch Lissy!