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Alicia Hermer trotz Handicap mit neuer persönlicher Bestleistung bei den Deutschen Meisterschaften in Hannover


25.08.2024

Am vergangenen Wochenende (24./25.08.2024) startete Alicia Hermer bei der Deutschen Mehrkampfmeisterschaft in Hannover und zeigte ihrem Fanclub wieder einmal, was ein „Mädel vom Dorf“ drauf hat. Die Vorbereitung lief alles andere als optimal. Eine Infektion, die Antibiotika und Trainingspause nötig machte, störte die Athletin der LG Fichtelgebirge (TG Höchstädt) in der wichtigsten Trainingsphase. Mit gemischten Gefühlen reisten die Höchstädter nach Niedersachsen: Würde sie das fordernde Wochenende durchstehen? Wie stark war die Konkurrenz aus dem älteren Jahrgang der U18, die gemeinsam gewertet wurden? Von daher lautete die Devise: „Hab einfach Spaß und genieße die Atmosphäre!“

Am Samstagmorgen stieg Lissy über die 100 m Hürden in den Wettbewerb ein. Sie fand sich in einem starken Lauf wieder, die 20 Fans auf der Tribüne gaben alles und sie lief mit 15,22 s die beste Zeit im Rahmen eines Siebenkampfes. Mit einem derartigen Auftakt hatte niemand gerechnet! Nicht nur Trainer Dieter Wendler fiel ein Stein vom Herzen. Angespornt, aber auch erleichtert ging es weiter zum Hochsprung. Hier meisterte Alicia alle Höhen bis 1,50 m im ersten Anlauf. Dann begann der Krimi: über 1,53 m brauchte sie alle drei Versuche und auch über 1,56 m ließ sie ihre Unterstützer bis zum letzten Moment zittern. Dass sie die Latte dann auch bei der nächsten Höhe nur äußerst knapp riss, zeigte, dass sie besser in Form war als bei den letzten Trainingseinheiten.

Zufrieden ging es zum Kugelstoß, als sich ein Mittagstief bei Lissy bemerkbar machte. Es fehlte ihr an Spritzigkeit und auch die Technik wollte nicht optimal gelingen. So blieb sie mit 10,52 m einen halben Meter unter ihren Erwartungen. Vor den 200 m wurden diesmal schon die Beine schwer, die Trainingspause forderte ihren Tribut. Auch die Außenbahn, auf der man den Konkurrentinnen voranlaufen muss, gefiel der Athletin nicht. Sie kam dennoch gut aus den Blöcken und zeigte einen soliden Lauf: 27,06 s - eine super Zeit nach dieser Vorgeschichte!



Die Regeneration für den zweiten Tag lief gut. Allerdings versperrte am nächsten Morgen am Hotel ein fremdes Auto die Ausfahrt und der Fahrer war zunächst nicht auffindbar. So startete der zweite Wettkampftag bereits außerhalb des Stadions mit großer Aufregung. Der Weitsprung wurde, wie schon bei der Bayerischen in Aschaffenburg, von wechselnden Windböen erschwert. Doch Lissy lieferte gleich im ersten Sprung eine Weite im Bereich ihrer Bestleistung - 5,12 m. Mit ihrem eigentlichen Sicherheitssprung erfüllte sie sowohl ihre eigene Erwartung als auch die ihres Trainers. Beim zweiten Versuch gelang ihr ein Absprung, wie noch nie vorher. Leider konnte sie die Höhe nicht umsetzen, kippte seitlich weg und landete einige Zentimeter kürzer als zuvor. Die schwierigen Windverhältnisse verhinderten eine Verbesserung im letzten Durchgang. Das Einwerfen mit dem Speer war mit kleineren Problemen behaftet, dennoch lieferte Alicia im ersten Versuch einen gültigen Wurf, der mit knapp unter 30 m schon ordentlich Punkte auf das Konto der Höchstädterin brachte. Als der zweite Speer bei 32,37 m im Rasen stecken blieb, waren die mitgereisten Fans aus dem Häuschen. Das beeindruckte die Stadionsprecherin so, dass sie bei der Bekanntgabe der Bahnverteilung für die abschließenden 800 m „…die Athletin vom der LGF, mit dem lautesten Fanclub, Lissy Hermer“ vorlas.

So verflog das flaue Gefühl im Magen und die Fans liefen zur Höchstform auf. Da diesmal die erste Kurve in den Bahnen gelaufen wurde, kam es nicht wie im letzten Jahr zu Rangeleien am Start. Lissy konnte sich gleich gut positionieren und hielt den Anschluss an die starken Läuferinnen. Von der kürzlichen Erkrankung war nichts mehr zu spüren, sie präsentierte sich stark und auch die Zeit 2:34,61 Min. konnte sich sehen lassen. In der letzten Disziplin kämpfte sie sich noch 4 Plätze nach vorne und landete auf dem 14. Rang. Aus ihrem Jahrgang waren nur drei Athletinnen besser als sie.
Die 4523 Zähler bedeuten auch eine neue Bestleistung im Siebenkampf.