15.06.2024
Wochenende
fuhren wir mit zwei Athleten nach Naila, um bei den oberfränkischen
Einzelmeisterschaften unsere Visitenkarte abzugeben. Bei Regen
mussten sich die beiden aufwärmen und auf ihre ersten Disziplinen
vorbereiten. Später kam noch wechselnder und teilweise recht
kräftiger Wind hinzu. Nicht gerade die optimalen Bedingungen
für einen erfolgreichen Wettkampf.
Magdalena Weiß hatte
erst im letzten Training ihre Technik im Kugelstoßen umgestellt,
um mehr Schwung hinter die Kugel zu bringen. Sie zeigte bereits
beim Einstoßen eindrucksvoll, dass sie die neu erlernte Technik
gut umsetzen kann. Unsere Athletin fand immer besser in den
Wettkampf und steigerte ihre persönliche Bestleistung in jedem
Versuch - von anfänglich 5,63 m auf schließlich 6,66 m. So behauptete
sie sich im Mittelfeld der oberfränkischen Konkurrenz.
Weiter ging es für sie zum Speerwurf, eine Zitterdisziplin
für die junge Athletin. Wenn der Speer nicht eindeutig mit der
Spitze zuerst landet, wird der Versuch ungültig gegeben. Das
verunsicherte einige Werfer. So passierte es auch bei Magdalenas
erstem Wurf und sie war damit nicht die einzige. Etwas verhalten
folge der zweite Versuch – gültig – und mit 11,73 m gar nicht
so schlecht. Im dritten Versuch konnte sie sich noch auf 13,01
m steigern und damit ihre Bestleistung um eineinhalb Meter verbessern.
Sie hat sich mit ihren Versuchen gut dastehen lassen. Wenn sie
ihre Schüchternheit noch ablegt, werden ihre Würfe erst einige
Meter weiter hinten den Weg in den Rasen finden.
Auch Magdalenas neue Disziplin, das Diskuswerfen gehört
zu den technisch anspruchsvolleren, weil es hier gilt, die Scheibe
aus der Drehung heraus in einen abgesteckten Sektor zu treffen.
Voll konzentriert betrat sie den Wurfkäfig und warf gleich im
ersten einen gültigen Versuch. Mit gut 14,64 m auch gleich eine
gute Weite, die Rang drei bedeutete. Im zweiten Versuch trafen
noch zwei weitere Werferinnen den Sektor und verdrängten Magdalena
auf Rang 5. Im dritten konnte sie jedoch kontern und schob sich
nach vorne auf Rang 2! Mit 17,80 m nur zehn Zentimeter hinter
der Führenden. Das sollte ein spannender Endkampf werden! Magdalena
konnte auch die weiteren drei Versuche als gültige und jenseits
der 14-Meter-Marke beenden. Obwohl sie sich nicht mehr steigern
konnte, überraschte Magdalena uns mit ihrem besten Ergebnis
des Tages - der Vizemeisterschaft und einer oberfränkischen
Silbermedaille!
Felix Hermer bereitet
unserem Dieter immer wieder Sorgen, weil er in letzter Zeit
viel gewachsen ist, schmerzt seine Wachstumsfuge an der Ferse
öfter. Das Training und der Wettkampf werden von einer Frage
beherrscht: Wie geht es deiner Ferse? Er hat uns bis fast ans
Ende der Warmmachphase Entwarnung signalisiert. Doch nach zwei
Kurzsprints meldete sich besagtes Körperteil wieder.
Nach kurzem Gespräch, entschieden wir uns, den Start beim Hürdenlauf
nicht wahrzunehmen, um sich dem Speerwurf zu widmen. Speerwurf
nur mit kurzem Anlauf, um die Ferse zu schonen. Der erste Versuch
glückte, landete bei 21,65 m und wurde gültig gegeben. Ein besserer
Auftakt als bei der Vereinskollegin. Beruhigt, dass er keine
Schmerzen hatte, konnte Felix im zweiten Versuch mehr Kraft
in den Wurf legen und ließ diesen promt auf eine neue Bestleistung
fliegen: 24,05 m! Nachdem er sich in den folgenden beiden Versuchen
nicht steigern konnte, wollte Felix seinen Anlauf verlängern,
um wie die anderen Athleten auch mehr Schwung beim Abwurf zu
haben. Eine richtige Entscheidung, die uns Felix mit einer weiteren
Steigerung seiner persönlichen Bestmarke bestätigte. Mit 25,40
m sicherte er sich gleich in der ersten Disziplin die Silbermedaille.
Da zwischen den Versuchen lange Wartezeiten waren, zögerte
sich der Wettbewerb länger hinaus als vermutet. Gerade noch
rechtzeitig vor Wettkampfbeginn erreichte Felix die Hochsprung-Anlage.
In Windeseile musste der Anlauf ausgemessen werden. Lediglich
ein überhasteter Probeversuch stand ihm zur Verfügung. Der eigentliche
Plan – spät einzusteigen, um den Fuß zu schonen – musste verworfen
werden. Felix musste die für ihn niedrige Höhe von 1,20 m nutzen,
um sich Sicherheit im Anlauf und der Sprungtechnik zu holen.
Böhiger und wechselnder Wind erschwerte allen Athleten die Sprünge
und führte zu längeren Verzögerungen. Doch Felix zeigte sich
von seiner besten Seite. Der Fuß war wie durch ein Wunder plötzlich
kein Problem mehr. Er zeigte sehr schöne Sprünge, führte die
Technik immer besser aus und konnte sich zusammen mit uns über
eine neue persönliche Bestleistung freuen. Mit 1,40 m holte
er sich das zweite oberfränkische Silber.
Beim Weitsprung war die Vorbereitungszeit erneut kurz. Da
niemand wusste, wie lange der Fuß durchhalten würde war die
Vorgehensweise: ein Probesprung muss reichen - Schonung. Der
erste Sprung im Wettbewerb war gültig, ein wenig verschenkt,
aber mit 4,22 m ein guter Versuch. Dieter veranlasste beim zweiten
Versuch eine Verkürzung des Anlaufs. Doch schon bei den ersten
Schritten erkannte er, dass etwas nicht in Ordnung ist. Der
Sprung war kürzer und total verhalten. Nach Rücksprache mit
dem Athleten, war dem Trainer klar, dass er ihn aus diesem Wettkampf
nehmen musste. Keine leichte Entscheidung, da Felix sich auch
im Weitsprung auf Bezirksebene gut behaupten kann. Aber eine
Entscheidung für die Gesundheit. Auch der Einsatz in der Staffel
war damit hinfällig. Dass er mit dem ersten Versuch – obwohl
nicht optimal – am Ende die Bronzemedaille gewann, spricht für
seinen guten Leistungsstand.
Nach einer kurzen Verschnaufpause fühlte Felix sich in der
Lage, das Diskuswerfen zumindest zu probieren. Die Belastung
auf der Ferse ist dabei nicht so hoch. Schonung und gezielte
Aufwärmübungen machten Hoffnung, das Diskuswerfen ausführen
zu können. Es sollte sein erster Start in dieser technischen
Disziplin sein. Wie schon Magdalena warf Felix bereits im ersten
Versuch den Diskus technisch gut und gültig. Auch die Weite
von 18,42 m konnte sich sehen lassen. Selbst der Favorit Andreas
Gesell aus Weißenstadt kam im ersten Versuch nur etwa einen
Meter weiter. In den nächsten beiden Versuchen legte der Höchstädter
deutlich mehr Schwung in den Wurf, konnte die Scheibe dadurch
nicht mehr so gut kontrollieren, so dass sie rechts im Netz
landete. Um das im vierten Wurf zu vermeiden, drehte unser Athlet
sich bereits zu Beginn etwas weiter nach links. Doch diesmal
gelang ihm die Drehung besser und so landete der Diskus im vierten
Versuch auf der anderen Seite neben dem Sektor. „Zurück auf
Anfang und die gleiche Technik wie gerade eben“, war somit die
Devise für den fünften Versuch. Der war gültig, brachte aber
keine Verbesserung. Beim sechsten und letzten Wurf passte noch
einmal alles und so segelte die Scheibe auf 19,58 m. Ein toller
Versuch durch den sich Felix mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft
belohnte.
Unsere Athleten zeigten uns tolle Leistungen, mit denen
sowohl Trainer als auch Zuschauer zufrieden sein können. Herzlichen
Glückwunsch!
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