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Bayerische Hallenmehrkampfmeisterschaft in Fürth 03.03.2024


03.03.2024

Mit großen Erwartungen reiste Lissy am vergangenen Sonntag nach Fürth. „So nah war eine Bayerische Medaille noch nie!“ war die Devise, die nach einigen Rechenspielchen feststand.

Zum Beginn musste sie sich der Konkurrenz im Hochsprung stellen. Gelistet im vorderen Mittelfeld, mit viel Vorfreude und einem Lächeln im Gesicht, ging Lissy an diese für sie nicht ganz zitterfreie Disziplin heran. Bis zu ihrer Bestleistung blieb sie wieder einmal ohne Fehlversuch. Die neue Höhe von 1,54 m meisterte sie im dritten Versuch, was sowohl Mutter Ramona als auch Trainer Dieter einen Freudenschrei entlockte! Auch beim zweiten Versuch über 1,57 m fiel die Latte nur ganz knapp. Doch diese Höhe war an diesem Tag noch zu hoch. Aber auch keine andere Athletin überquerte eine weitere Höhe und so setzte Lissy sich gemeinsam mit vier anderen Mädels und einer Punktzahl von 666 an die Spitze des Feldes.



Obwohl der folgende Hürdenlauf um 10 Minuten verschoben wurde, konnte Alicia nicht das gewohnte technische Aufwärmprogramm absolvieren. So ging sie überhastet in die Startblöcke. Der Start glückte ganz gut, allerdings verlor sie zwischen der ersten und der dritten Hürde an Geschwindigkeit. Dann fing sie an, wieder Boden gut zu machen und kam zusammen mit ihrer Freundin Sophia Rykala aus Regensburg als zweite dieses Laufes ins Ziel; mit 9,54 s gar nicht so weit von der Bestleistung entfernt. In den folgenden beiden Läufen waren noch zwei Athletinnen schneller und so hieß das Zwischenergebnis nach zwei Disziplinen Rang 3 und lediglich 34 Zähler Rückstand auf Platz 1.

Als nächstes stand Lissys Lieblingsdisziplin, der Weitsprung, auf dem Programm. Diesmal hatte sie etwas mehr Zeit, um zu regenerieren. Leider konnte sie die nötige Spannung nicht vor dem ersten Versuch wiedererlangen, kam mit dem Anlauf nicht bis zum Brett und verschenkte wertvolle Zentimeter. Der „Sicherheitssprung“ konnte sich dennoch sehen lassen und stand mit 4,93 cm zu Buche. Auch die anderen Mädchen gingen auf „Nummer sicher“ und so erreichten nur zwei eine größere Weite. Im zweiten Anlauf fiel die ersehnte 5-m-Marke und im dritten Versuch steigerte Alicia sich auf 5,09 m und konnte diese Disziplin als zweite abschließen. Das genügte um sich mit 2050 Punkten und 18 Zählern Vorsprung an die Spitze des Feldes zu setzen.



Nun hieß es erst einmal etwas essen um für das Kugelstoßen und die abschließenden 800 m ausreichend Energie zu haben. Nach einem verhaltenen ersten Versuch im Einstoßen hatte Alicia es diesmal besser im Griff, sich wieder auf den Wettkampf einzustellen. Sie pushte sich richtiggehend und wuchtete die 3-kg-Kugel schon gleich zu Beginn gut 80 cm weiter als je zuvor. Mit 10,88 cm landete ihr Wurfgerät bei der zweitgrößten Weite. Obwohl sie in den folgenden Versuchen nichts mehr draufsetzen konnte, ließ sie die beste Stoßerin des Feldes nur etwa einen Meter davonziehen. Somit blieb sie auf Rang 2 und ließ der Führenden Naomi Buchner einen knappen Vorsprung von 17 Zählern. Wie schon während des gesamten Wettkampfes blieb es weiter eng und extrem spannend.



„Wie viel muss ich schneller laufen als Naomi?“, war die schon obligatorische Frage von Lissy. Zwei Sekunden Vorsprung auf Naomi und nicht mehr als 15 Sekunden Rückstand auf die stärkste Läuferin des Feldes, Svea Krogmeier, sollte sie erreichen. Beim Vergleich mit den jeweiligen Vorleistungen eine machbare Aufgabe. Etwa 30 Minuten blieben ihr, um die beanspruchte Muskulatur zu entspannen. Sehr nervös, aber mit der Goldmedaille vor Augen trat sie an die Startlinie. „Auf die Plätze!“ – Schuss und los ging die Jagd nach dem Edelmetall. Auch die anderen Teilnehmerinnen waren wild entschlossen und wollten sich gleich zu Beginn eine gute Ausgangsposition sichern. Das war Lissy zu heikel. Sie ging einem Gerangel aus dem Weg und startete als letzte in die erste Kurve. Doch bereits nach wenigen Metern begann sie ihre Aufholjagd – ein Dejá-Vu – wie im vergangenen Jahr in Oberasbach „sammelte“ sie bis zum Ende der Kurve die meisten Läuferinnen wieder ein. In der zweiten Runde hatte sie auch den vorgegebenen Abstand zur Führenden Buchner herausgelaufen und baute diesen in der folgenden Runde noch aus. Immer wieder der prüfende Blick zu Mutter und Trainer, ob der Abstand reichte. Auf der abschließenden vierten Runde musste sie sichtlich „beißen“, aber sie zeigte wieder einmal allen, was ein Kind vom Dorf leisten kann. In einer für die engen Hallenrunden tollen Zeit von 2:33,85 Min. kam sie als zweite über die Ziellinie. Völlig erschöpft ging sie zu Boden, doch die Anstrengung hatte sich gelohnt: Mit 3278 siegte sie vor Naomi Buchner mit 3210 und Svea Krogmeier mit 3163 Punkten. „Du hast dich selbst für deine Anstrengungen mit Gold belohnt!“, war Dieters erste Kommentar. Neben dem ersten Mal ganz oben auf dem Bayerischen Podest, freute Lissy sich am meisten über die herausragende Weite im Kugelstoß. Das Wintertraining hatte sich gelohnt! Auch wenn im Fichtelgebirge die Trainingsbedingungen bei Weitem nicht so gut sind, wie in den Ballungsgebieten.



Herzlichen Glückwunsch an unser Goldmädchen Alicia!!