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Bericht Bayerische Einzelmeisterschaften
in Ingolstadt am 15./16.07.2023
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16.07.2023
In der bisherigen
Freiluftsaison hatte Lissy in sage und schreibe 6 Disziplinen
die Qualileistung für die Bayerische erreicht. Da hieß es eine
Auswahl treffen, um die größten Chancen auszunutzen. Gemeinsam
mit Trainer Dieter entschied sie sich für die Starts über 80
m Hürden, Speerwurf und Weitsprung. Dass dies eine goldrichtige
Entscheidung war, zeigte sie bereits am ersten Tag. Da im MTV-Stadion
in Ingolstadt lediglich 6 Bahnen für das Finale über die Hürdenstrecke
zur Verfügung standen, wäre die Teilnahme daran schon ein Erfolg
für die TGlerin. Mit der sechstbesten gemeldeten Zeit und starker
Konkurrenz hieß es alles geben. In der Mittagshitze wärmte Lissy
sich auf; schon das ein Kraftakt, da kaum Schatten vorhanden
war. Nach einem verschlafenen Start im Vorlauf zeigt sie eine
Energieleistung und sicherte sich damit einen Platz im Endlauf.
Die Vorlaufzeiten der anderen versprachen ein äußerst spannendes
Finale. Die Plätze 1 und 2 waren vergeben, aber die weiteren
vier Finalteilnehmerinnen lagen im Vorlauf lediglich 13 Hundertstel
auseinander. „Wenn du dich schickst, kriegst du was zu trinken!“,
witzelte Mutter Ramona. Denn die drei Medaillengewinner erhielten
je 6er-Tragerl Limonade zum Probieren. Lissy wollte im Finale
am Anfang nicht wieder wertvolle Zeit verlieren. Obwohl der
Start noch einmal abgebrochen wurde, kam sie diesmal gut aus
den Blöcken, blieb über der Hürde stabil und legte einen fantastischen
Lauf auf die Bahn. Es war eine Freude ihr zuzusehen! Gespannte
Blicke hefteten sich nach dem Zieleinlauf an die Anzeigetafel.
Die Plätze 1 und 2 wurden sofort angezeigt. Danach dauerte es
eine gefühlte Ewigkeit. Endlich der dritte Platz: Alicia Hermer
in einer Zeit von 12,46 s. Weit hörbar jubelten die Höchstädter
zur Überraschung der umstehenden Zuschauer. Damit unterbot sie
ihre bisherige Bestzeit um 23 Hundertstel und gewann völlig
überraschend die Bronzemedaille. Und das als Mehrkämpferin unter
den Spezialistinnen!
Nach einer unruhigen Nacht nahm Alicia am Sonntagmorgen
den Speer in die Hand. Die ersehnte Abkühlung brachten leider
auch einige heftige Regenschauer mit sich. So hieß es auf nasser
Bahn aufwärmen und einwerfen. Dieter zog die Spikes noch einmal
fest, um Verletzungen zu vermeiden. Auch die ersten Würfe des
Wettkampfes wurden durch den Regen erschwert. So war es nicht
verwunderlich, dass Lissy mit einem verhaltenen Wurf und einer
Weite von 22,40 m in den Wettbewerb startete. Den anderen Teilnehmerinnen
erging es ähnlich. Allerdings erwischte nur die Favoritin Elisa
Hölzlwimmer einen noch schlechteren Start, deren Speer außerhalb
des Sektors landete. Im nächsten Versuch machte Lissy mehr Druck
und steigerte sich auf 27,32 m. Sie kam immer besser in den
Wettkampf – schwierige Bedingungen kennt sie zur Genüge – und
steigerte sich Stück für Stück. Im Endkampf stellte Lissy ihren
Anlauf um und sicherte sich mit 29,80 m im letzten Versuch den
fünften Platz. Damit blieb sie nur knapp unter ihrer bisherigen
Bestleistung!
Nachdem sie am ersten Wettbewerb des Tages teilgenommen
hatte, musste sie sich lange gedulden. Erst fast ganz am Ende
des Zeitplanes stand ihr zweiter Start beim Weitsprung an. Obwohl
der Sonntag nicht so heiß war wie der Samstag, machte das schwüle
Wetter doch müde. So fiel es Lissy zunächst schwer, sich wieder
für sportliche Leistungen bereitzumachen. Sie gab ihr Bestes
und stand schon vor allen Konkurrentinnen an der Weitsprunggrube
parat. Andere waren noch in der Staffel eingesetzt und kamen
so erst kurz vor knapp zum Einspringen. Da saß Alicia bereits
im Schatten und wartete auf den Beginn. Ihr erster Versuch war
so gut wie noch nie zuvor in diesem Jahr. Als die Weite von
5,12 m auf der Anzeigetafel erschien, strahlte unsere Athletin
über das ganze Gesicht. Im zweiten Versuch konnte sie dies noch
einmal toppen und landete erst bei 5,24 m im Sand. Damit schob
sie sich auf Rang vier. Da die Plätze 2 bis 5 nur wenige Zentimeter
auseinander lagen, blieb der Wettbewerb äußerst spannend! Nach
zwei ungültigen folgte ein solider Sprung, der wieder jenseits
der 5-m-Marke landete, aber keine weitere Verbesserung brachte.
Nach einer starken Serie wurde sie mit einem hervorragenden
vierten Platz belohnt. Im ersten Moment war sie etwas enttäuscht,
dass sie sich nicht noch einmal steigerte, doch ihre Bilanz
konnte sich durchaus sehen lassen.
Obwohl sie in keiner Disziplin zum Favoritenkreis gehörte,
holte sie sich neben einem fünften und vierten Platz auch eine
Bayerische Bronzemedaille. Außerdem steigerte sie wieder zwei
ihrer persönlichen Bestleistungen und blieb auch im Speerwurf
bei widrigen Bedingungen nur wenige Zentimeter hinter ihrer
bisherigen Marke. Voller Stolz beglückwünschte nicht nur Trainer
Dieter seinen Schützling, auch aus dem Fichtelgebirge meldeten
sich zahlreiche Gratulanten via Handy. So endete ein anstrengendes,
aber auch sehr erfolgreiches Wochenende.
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