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Bericht Bayerische Meisterschaften Block/Mehrkampf U16 in Friedberg am 09.07.2023


09.07.2023

Auf ging es nach Schwaben, um in Friedberg in sieben Disziplinen Punkte zu sammeln.

Zu Beginn kam eine von Lissys Lieblingsdisziplinen, die 80-m-Hürden! Wie erhofft wurde sie in den schnelleren der beiden Läufe gesetzt. Sie startete neben der Favoritin Chiara Wildner von der LG Sempt, die auch die beste gemeldete Zeit mitbrachte. Nach einem verhaltenen Start kam sie gut in den Rhythmus und kam als Zweite ins Ziel. Ein super Start in das Wettkampfwochenende!



Viel Zeit zum Ausruhen blieb nicht, bevor Alicia mit der Kugel weiter auf Punktejagd ging. Mit 8,49 m zeigte sie schon im ersten Versuch eine bessere Weite als beim letzten Wettkampf und steigerte sich in den weiteren Versuchen jeweils deutlich auf 8,94 m und 9,41 m. Die Favoritin zog hier in ihrer Paradedisziplin davon. Die maßgeblichen Konkurrentinnen um den möglichen Platz 2 reihten sich mit ihren Stoßleistungen nur wenige Zentimeter vor und hinter Alicia ein. Somit konnte sie den 2. Rang weiterhin halten.



Als dritte Disziplin standen die 100m an. Der schnelle Startschuss kam Lissy scheinbar entgegen. Sie kam hervorragend aus den Blöcken, legte einen technischen sauberen Lauf hin und überquerte als erste die Ziellinie. In einer Bombenzeit von 13,09 s verbesserte sie ihre bisherige Bestleistung um 33 Hundertstel und durfte nun für ein Erinnerungsfoto vor der Anzeigetafel posieren. Der Dritt- und Viertplaztierten nahm sie hier 23 bzw. 25 Hundertsel ab und baute somit ihren Vorsprung aus.



Am Ende des heißen ersten Tages stand noch der Hochsprung an. Die Teilnehmerinnen wurden auf zwei Anlagen verteilt, wobei Lissy dank ihrer bisherigen Bestleistung in die bessere Gruppe eingeteilt wurde. Das Einspringen klappte gut und so wagte sie erstmalig erst bei einer Höhe von 1,37 m einzusteigen. Denn jeder Sprung der nicht gemacht werden muss, spart Kraft. Eine gute Entscheidung, überwand Lissy die ersten beiden Höhen auf Anhieb. Der Abstand zur Matte war nicht immer optimal und so mussten auch einige Fehlversuche auf ihr Konto notiert werden. Als die Latte mit 1,52 m auf neuer Besthöhe lag, zeigte Alicia bereits im ersten Versuch einen tollen Sprung und riss nur knapp. Auch der zweite misslang. Angespornt durch die befreundete Mitspringerin Sopohia Rykala aus Regensburg flopte sie im dritten Versuch über die neue Höhe. Auch bei 1,55 m sahen die Sprünge vielversprechend aus. Aber diesmal mussten sich beide Mädels noch mit drei ungültigen abfinden. Da auch die Viertplazierte die gleiche Höhe erreichte, änderte sich an den Abständen bei den Punkten nichts. Lediglich die Führende Wildner büßte 50 Zähler ihres Abstandes ein.



Nach diesem grandiosen ersten Tag übernachtete Alicia mit 2068 Punkten auf Rang 2. Damit war sie 125 Zähler besser als nach dem ersten Tag im letzten Siebenkampf. Die 90 Punkte, die damals noch auf die Quali für die Deutsche fehlten, kamen in greifbare Nähe!

Am Sonntagmorgen ging es zuerst in die Weitsprunggrube. Allen Siebenkämpferinnen waren die Strapazen des Vortages anzumerken; die nötige Spritzigkeit fehlte durch die Bank. Der erste Sprung - mit etwas Sicherheitsabstand zum Brett - wurde mit 4,96 m gemessen. Mit diesem Auftakt waren alle drei - Athletin, Trainer und Mutter - sehr zufrieden. Ein kleines Missverständnis in der Anlaufgestaltung bescherte einen zweiten Sprung bei dem Lissy noch mehr Weite verschenkte. Auch im dritten Versuch konnte sie sich nicht mehr steigern. Obwohl diesmal kein 5-m-Sprung dabei war, konnte Lissy zufrieden sein. Denn auch keiner anderen Springerin gelang eine größere Weite. So schmolz der Vorsprung der Führenden wieder um 40 Punkte und der Abstand nach hinten wurde ausgebaut.



Gleich ging es weiter mit Speerwurf. Mit einem guten Gefühl nahm Lissy ihr Wurfgerät in die Hand. Mit einem verhaltenen ersten Wurf ließ sie die wurfstarke Konkurrentin Sophia aus Regensburg bis auf einen Punkt herankommen. In den zweiten Wurf legte Lissy wesentlich mehr Kraft und so landete er bei 29,09 m, überraschenderweise knapp vor dem Speer der Führenden und Wurfspezialistin Wildner. Bei dieser Weite blieb es auch. Allerdings brachte der Wurf Alicia wieder etwas Abstand zu den weiteren Plätzen.



Die kurze Verschnaufpause vor den 800 m nutze unsere Athletin, um sich etwas abzukühlen und die Taktik für den Lauf zu bestimmen. Die Führende wäre nur mit einem Vorsprung von 15 Sekunden zu erreichen. Das Polster auf die Dritt- und Viertplatzierte war mit 5 Sekunden recht komfortabel, zumal diese eine schwächere Meldeleistung hatten. Für die angestrebte deutsche Quali musste Lissy eine 2:41 laufen. Mit den Durchgangszeiten für diese Zeit und der Vorgabe Sophia und Tara nicht vorbeizulassen trat Lissy an die Startlinie. Diesmal wollte sie sich beim Start nicht nach ganz hinten abdrängen lassen. Sie ging sehr schnell an, wechselte sogar noch in der ersten Kurve nach außen, um sich nicht einschließen zu lassen und hängte sich an die schnellsten Läuferinnen. So lief sie die erste Runde in 1:13 Minuten und ließ Trainer Dieter damit erleichtert auf die zweite Runde blicken. Hier mussten einige abreißen lassen. Nicht so unsere Lissy! Entschlossen kämpfte sie sich sogar an die stärkste Teilnehmerin heran und kam in neuer Bestzeit nach 2:32,50 Min als zweite ins Ziel.



Mit diesem grandiosen Lauf erreichte sie die tolle Punktzahl von 3602 und gewann die Silbermedaille bei den Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften. Außerdem übertraf sie die deutsche Quali (3550) deutlich und darf sich Anfang September mit den besten Siebenkämpferinnen Deutschlands in der U16 messen. Besonders freut sich Trainer Dieter über die hervorragende Leistung über die 100m.